Leitbild

Was wir Kindern wünschen

 

Wir wünschen den Kindern eine stabile Gesundheit. Im Wald und an der frischen Luft finden wir gute Voraussetzungen dafür. Bewegung wird hier groß geschrieben. Was Erwachsene zu ihrem Jungbrunnen erklären, gehört für die Waldkinder zum selbstverständlichen Alltag.

 

Infekte können sich in einem „Kindergarten ohne Wände“ nicht so gut ausbreiten. Mit leichten Erkältungskrankheiten wie Schnupfen lässt es sich draußen besser leben.

 

Wir wünschen den Kindern, dass sie zu Menschen mit Fantasie und Kreativität heranwachsen. Fantasie und Kreativität öffnen die Türen für ein erfülltes, glückliches Leben. Der Wald bietet mannigfaltige Gelegenheiten, diese Eigenschaften zu fördern. Waldkinder entwickeln so zu sagen ihr Spielzeug selbst. Spielzeuge bekommen so für die Kinder einen Sinn und einen Wert.

 

Wir erschaffen Waldsofas, Hütten, und andere Spielorte und -situationen mit Materialien, die wir unter anderem im Wald finden. Das „zusammen (er)schaffen“ fördert die Empathie und prägt das Sozialverhalten nachhaltig. Situationen, in denen die Kinder aufeinander angewiesen sind, stärken das Gruppen- und Ich-Gefühl. Auch wird die Sprache differenziert gefördert. Zur Erreichung eines gemeinsamen Zieles muss man ausdrücken können, was Sache ist.

 

Der regelmäßige Aufenthalt in der Natur, und die dort erlebten unmittelbaren Erfahrungen lässt in den Kindern ein Bewusstsein für die Umwelt entstehen. Unmittelbare Erfahrungen lösen unmittelbare Emotionen aus.

 

Aggressionen stoßen im „grenzenlosen Raum“ auf wenig Widerstand, was ihnen den Wind aus den Segeln nimmt, und sie besser verarbeiten lässt.   

 

Wir wünschen den Kindern, die Stille im Wald zu erfahren. Stille ermöglicht uns, in Ruhe und konzentriert nach außen und in sich selbst zu horchen. Die Stille ist ein Bedürfnis der Seele.

 

Ich-Findung, Orientierung, Erholung und Ausgeglichenheit sind Kinder der Stille.

Sie ist in unserer lauten Zeit ein kostbares Gut.

 

Wir wünschen den Kindern, dass sie spielend die Schulreife erlangen. Der Wald bietet vielfältige Möglichkeiten zu einer ganzheitlichen Bildung. Neben einem festen Vorschul-Vormittag für die Großen, lernen die Kinder sich auf ihre Sinne zu verlassen und sich mit hoher Konzentration einer Sache zu widmen. Der Wald, mit seinen komplexen Strukturen und Bewegungsmöglichkeiten, fördert komplexes Denken. Die Kinder schreiben mit Ästen ihre Namen und zählen die Steine in den Mandalas, die wie Kunstwerke auf den Baumstümpfen im Wald verteilt liegen. Von Musik, Klang und Rhythmus lassen sich Kinder seit jeher begeistern. Einfache Lieder und Rhythmen laden dazu ein, mit der eigenen Stimme und den Klängen von Naturmaterialien zu experimentieren. Das fasziniert, erweckt Interesse und schafft pure Lust und Freude am Tun. Wir wünschen den Kindern Freude am Dasein.